Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung stieg von -0,10 Punkten im Juli auf +0,14 Punkte im August und kehrte damit in den positiven Bereich zurück. Ausschlaggebend war die zuversichtlichere Sprache, die in den 35 Analystenkonferenzen im Juli verwendet wurde, in denen börsennotierte Unternehmen in Deutschland ihre Ergebnisse für das zweite Quartal präsentierten.
Führungskräfte berichteten häufig von starken Umsätzen und Gewinnen, einer stärkeren Nachfrage und mehr Aufträgen. Der Ausdruck „starkes Wachstum“ wurde 42-mal und „starke Performance“ 30-mal geäußert. Weitere häufig verwendete Formulierungen waren „starke [Ergebnisse] erzielt“ (22 Nennungen), „starke Nachfrage“ (21) und „starkes Momentum“ (20). Gleichzeitig blieb der Konflikt im Nahen Osten das wichtigste negative Thema. Er wirkte sich auf Kosten, Lieferketten, die Verbraucherstimmung und Kundenentscheidungen aus.
„Der Anstieg des SAFE-Index zeigt, dass viele Unternehmen im zweiten Quartal besser abgeschnitten haben, als es das schwierige Umfeld hätte vermuten lassen“, sagt Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, "Der Konflikt im Nahen Osten bleibt eine erhebliche Belastung, aber die starken Unternehmensergebnisse überwiegen derzeit seine negativen Auswirkungen. Führungskräfte berichten von einer soliden Nachfrage, steigenden Umsätzen und Gewinnen sowie in einigen Fällen von höheren Jahreszielen.“
Starke Ergebnisse in mehreren Branchen
Der positive Tonfall zeigte sich über viele Unternehmen hinweg. Eine Führungskraft sagte: „Im zweiten Quartal haben wir ein starkes Quartal mit einer starken Dynamik in unserem Geschäft erzielt.“*
Ein anderer berichtete von „einem starken ersten Halbjahr 2026, insbesondere getragen von einem starken zweiten Quartal: zweistelligem Umsatzwachstum und einer Profitabilität über unserer Prognose“. Eine dritte Führungskraft sprach von „einem sehr starken Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 mit deutlichen Zuwächsen bei Umsätzen, Gewinnen und Aufträgen.“ In anderen Konferenzen wurden höhere Cashflows, eine starke Auftragsdynamik und angehobene Prognosen hervorgehoben.
„Der Anstieg im August ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Führungskräfte sich positiver über konkrete Ergebnisse des zweiten Quartals wie Umsatz, Gewinn, Aufträge und Cashflow äußern“, sagt Alexander Hillert, Professor für Finance und Data Science am Leibniz-Institut SAFE. „Diese Ergebnisse mindern die unmittelbaren Bedenken hinsichtlich der Profitabilität. Ein gutes Quartal beseitigt jedoch keine Risiken für die zweite Jahreshälfte.“
Nahostkonflikt sorgt weiterhin für hohe Unsicherheit
Der Nahostkonflikt wirkte sich auf verschiedene Weise auf die Unternehmen aus. Die Führungskräfte verwiesen auf Schwankungen bei den Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten, Lieferengpässe, eine schwächere Nachfrage in einigen Konsumgütermärkten sowie zögerlichere Kundenentscheidungen. Eine Führungskraft erklärte, der anhaltende Konflikt „belaste weiterhin die Stimmung und die Entscheidungsfindung der Kunden“. Eine anderer stellte fest: „Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für Volatilität.“
Der Anteil der in den Gewinnkonferenzen verwendeten Begriffe, die Unsicherheit signalisieren, stieg leicht von 1,63 Prozent im Juli auf 1,65 Prozent im August. Eine Führungskraft sagte: „Der Konflikt im Nahen Osten trägt weiterhin zur Unsicherheit in einem ohnehin schon höchst unsicheren globalen Wirtschafts- und Automobilmarktumfeld bei.“ Eine andere fasste zusammen: „Die Vorhersehbarkeit bleibt begrenzt, und die Situation der Lieferketten ist nach wie vor sehr dynamisch, da der Konflikt unvorhersehbare Wendungen nimmt.“
„Eine positivere Stimmung und höhere Unsicherheit schließen sich nicht gegenseitig aus“, sagt Hillert. „Führungskräfte können von starken Ergebnissen für das gerade abgeschlossene Quartal berichten und gleichzeitig unsicher hinsichtlich Nachfrage, Kosten und Investitionsbedingungen in den kommenden Monaten sein. Die Daten für August zeigen daher eine klare Kluft: Die aktuelle Unternehmensentwicklung hat sich verbessert, doch der Ausblick bleibt schwer einschätzbar.“
SAFE-Index zur Manager-Stimmung
Der SAFE-Index misst monatlich, wie optimistisch oder pessimistisch sich Führungskräfte von börsennotierten Unternehmen in Deutschland äußern. Entwickelt von Alexander Hillert und seinem Team am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, basiert der Index auf einer automatisierten Textanalyse, die positive und negative Aussagen in Geschäftsberichten und Analystenkonferenzen auswertet. Der Index bietet Einblicke in die Investitionsbereitschaft sowie mögliche Trends bei Aktienrenditen. Der Index basiert auf einem rollierenden Dreimonatsfenster von Daten.
Das Team misst außerdem seit Mai 2025 systematisch die in der Finanzmarktkommunikation geäußerte Unsicherheit der Unternehmen und verwendet dazu das Loughran and McDonald Dictionary of Uncertainty Words. Diese Analyse erfasst, wie oft Führungskräfte Unklarheit, Risiko oder Zweifel zum Ausdruck bringen und ermöglicht es, herauszufinden, worüber sich Manager:innen unsicher sind.
Die nächsten geplanten Veröffentlichungstermine sind:
- Donnerstag, 10. September 2026
- Donnerstag, 8. Oktober 2026
- Dienstag, 10. November 2026
- Donnerstag, 10.Dezember 2026
* Übersetzungen aus dem Englischen; Originalaussagen aus den Analystenkonferenzen siehe englische Pressemitteilung.