15 Jan 2026

SAFE-Index: Manager starten vorsichtig optimistisch ins Jahr 2026

Die Sprache auf Analystenkonferenzen deutet auf einen optimistischeren Ausblick für das neue Jahr hin

Containerschiff im Hamburger Hafen

Im Januar erreichte der SAFE-Index zur Managerstimmung +0,31 Punkte, gegenüber +0,23 Punkten im Dezember 2025. Nach einem herausfordernden Jahr, das von der Anpassung an neue globale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt war, hat das Team hinter dem SAFE-Index am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE untersucht, wie Führungskräfte börsennotierter Unternehmen in Deutschland auf das neue Jahr blicken. 

Die Analyse von 134 Transkripten von Analystenkonferenzen börsennotierter Unternehmen in Deutschland aus dem vierten Quartal 2025 zeigt, dass Führungskräfte dem Jahr 2026 zwar mit vorsichtigem Optimismus entgegensehen, ihre Einschätzungen zu den Auswirkungen geopolitischer und wirtschaftspolitischer Entwicklungen jedoch auseinandergehen.

„Eine optimistischere Stimmung geht oft mit höheren Investitionen einher. Seit drei Monaten zeigt der SAFE-Index, dass Manager positiver sprechen. Das lässt endlich wieder auf mehr Wachstum in der deutschen Wirtschaft hoffen“, erklärt SAFE-Direktor Florian Heider.

Der SAFE-Index im Verlauf, im Januar zeigt dieser einen Wert von +0.31 Punkten an

Verschiedene Führungskräfte erwarten eine gute Rentabilität und bestätigen ihre Prognosen für das Jahr 2026. Dies erklärt den Anstieg des Index. Ein Manager merkte an: „Es ist ganz klar, dass wir auch eine Verbesserung der zugrunde liegenden Marge erwarten, und zwar nicht nur für 2026.“*

Ein anderer erklärte: „Für 2026 erwarten wir eine Beschleunigung des organischen Umsatzwachstums und eine weitere Margenverbesserung. Somit können wir alle unsere Prognosen uneingeschränkt bestätigen.“*

Auswirkungen des geopolitischen Umfelds

Weitere Themen, mit denen sich die Führungskräfte im kommenden Jahr beschäftigen, sind das geopolitische Umfeld, die wirtschaftliche Lage in Deutschland – insbesondere mit Blick auf die Auswirkungen des Konjunkturpakets – sowie unternehmensspezifische Effekte.

Die Einschätzungen zum geopolitischen und wirtschaftspolitischen Umfeld variieren je nach Unternehmen. Einige nehmen eine neutrale Haltung ein: „Wir glauben, dass das Umfeld genauso schwierig sein wird wie 2025. Wird es schlechter werden? Ich glaube nicht.“* Andere blicken eher verhalten in die Zukunft: „(...) niemand weiß, wie sich die geopolitischen Unruhen und auch die Zollsituation am Ende des Tages für das nächste Jahr auf unsere Zahlen auswirken werden, genauso wenig wie die Wirtschaft.“* Ein anderer Manager sieht die Situation etwas optimistischer und hält sie für etwas mehr vorhersehbar: „(…) wir befinden uns nicht mehr in einer vollständigen Eskalation. […] Das sollte uns allen ein wenig mehr Planungssicherheit geben (…).“*

„Insgesamt blicken die Manager mit vorsichtigem Optimismus auf das Jahr 2026“, sagt Alexander Hillert, Professor für Finance und Data Science am Leibniz-Institut SAFE. „Nach einem schwierigen Jahr 2025, sorgen die bessere Vorhersehbarkeit des Marktumfelds und staatliche Maßnahmen dafür, dass Unternehmen klarer planen können.“

Das Konjunkturpaket der deutschen Regierung lässt hoffen

Die Führungskräfte beschäftigen auch die möglichen Auswirkungen der deutschen Konjunkturmaßnahmen. Ein Manager aus der Immobilienbranche sagte: „Wir sehen weiterhin mehr Chancen durch die neuen Vorschriften in Deutschland, insbesondere durch den Bau-Turbo […]. Die Erwartung ist, dass die Konjunkturprogramme der Regierung Investitionen in kritische Infrastruktur ankurbeln werden, und in den Makrodaten zeichnen sich erste Anzeichen für eine Belebung der Aktivitäten im privaten Sektor ab.“*

Dennoch bleiben einige Führungskräfte hinsichtlich der unmittelbaren Auswirkungen zurückhaltend. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass wir in Deutschland keine konkreten Auswirkungen sehen, beispielsweise in Form eines höheren Auftragseingangs“*, sagte ein weiterer Manager. Ein anderer Manager formulierte es so: „Auf dem deutschen Markt sehen wir noch nicht die Fortschritte, auf die wir seit geraumer Zeit warten.“*

Noch sind nicht alle Branchen gleichermaßen zuversichtlich. 2026 könnten sich erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung zeigen, wenn sich die Unsicherheit in Grenzen hält und die angekündigten politischen Maßnahmen schrittweise ihre Wirkung zeigen.

Der SAFE Manager Sentiment Index 

Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung (SAFE Manager Sentiment Index) misst monatlich, wie optimistisch oder pessimistisch sich Führungskräfte von börsennotierten Unternehmen in Deutschland äußern. Entwickelt von Alexander Hillert und seinem Team am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, basiert der Index auf einer automatisierten Textanalyse, die positive und negative Aussagen in Geschäftsberichten und Analystenkonferenzen auswertet. Der Index bietet Einblicke in die Investitionsbereitschaft sowie mögliche Trends bei Aktienrenditen. Der Index basiert auf einem rollierenden Dreimonatsfenster von Daten. 

Das Team misst außerdem seit Mai 2025 systematisch die in der Finanzmarktkommunikation geäußerte Unsicherheit der Unternehmen und verwendet dazu das Loughran and McDonald Dictionary of Uncertainty Words. Diese Analyse erfasst, wie oft Führungskräfte Unklarheit, Risiko oder Zweifel zum Ausdruck bringen und ermöglicht es, herauszufinden, worüber sich Manager:innen unsicher sind. 

Die weiteren geplanten Veröffentlichungstermine sind:

  • Dienstag, 10. Februar 2026
  • Dienstag, 10. März 2026
  • Dienstag, 14. April 2026

* Übersetzungen aus dem Englischen; Originalaussagen sind hier zu finden.