Policy Workshop "Finance Forschung Fingerfood: Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken"


14 Oct 2026 16:00 PM
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14 Oct 2026 18:00 PM

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW Berlin), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Institut für Finanzmarktforschung SAFE Frankfurt (SAFE) laden herzlich ein zum Policy Workshop

Finance Forschung Fingerfood: Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken
Mittwoch, 14. Oktober 2026 | 16.00 bis 18.00 Uhr
DIW Berlin, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 58, 10117 Berlin | Ostrom-Saal 1. OG

Der von Alexander Kriwoluzky (DIW Berlin) moderierte Workshop besteht aus drei kurzen wissenschaftlichen Vorträgen, gefolgt von einem Austausch mit dem Publikum.
Am 17. Juli 2026 hat die Europäische Kommission ihre Mitteilung „Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors und der Binnenmarkt im Bankwesen“ veröffentlicht. Sie benennt drei zentrale Herausforderungen für Banken: Fragmentierung entlang nationaler Grenzen, die unterschiedliche Umsetzung internationaler Standards und die übermäßige Komplexität des Rechtsrahmens. Die Kommission will Maßnahmen entwickeln, um beispielsweise die Allokation von Kapital und Liquidität innerhalb von Bankengruppen zu erleichtern. Damit rückt die Vollendung der Bankenunion wieder auf die politische Agenda. Doch reichen die Maßnahmen aus, um den Sektor wettbewerbsfähiger zu machen?

Im ersten Vortrag argumentiert Pia Hüttl (DIW Berlin), dass eine echte grenzüberschreitende Finanzintegration in Europa wünschenswert, aber bislang unzureichend ist: Firmen werden weiterhin überwiegend vom heimischen Bankensektor finanziert. Anhand einer EZB-Maßnahme aus dem Jahr 2007, die die grenzüberschreitende Kreditvergabe erleichtern sollte, zeigt sie, dass betroffene Banken zwar insgesamt mehr Kredite vergeben, wenige davon jedoch ins europäische Ausland. Um die Finanzintegration zu verbessern, braucht es jedoch gezielte Maßnahmen, wie etwa ein harmonisiertes Unternehmensinsolvenzrecht.

Im zweiten Vortrag zeigt Florian Heider (SAFE), dass europäische Banken trotz gestiegener Kosteneffizienz weiterhin deutlich niedriger bewertet werden als ihre US-amerikanischen Pendants. Insbesondere begrenzen fragmentierte und unterentwickelte Kapitalmärkte ihr Wachstumspotenzial. Eine echte Vereinheitlichung der Aufsichtsbefugnisse, der Ausbau des Investmentbankings und eine Regulierung, die mehr auf Marktdisziplin statt kleinteiliger Risikosteuerung setzt, kann die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken erhöhen.

Im dritten Vortrag wird Michael Koetter(IWH) erörtern, ob makroprudenzielle Regulation als ein neues und wichtiges Element zur Sicherung der Finanzstabilität in der Europäischen Bankenunion ihre Ziele erreicht. Wenngleich Instrumente zur Begrenzung der Beleihungsgrenzen von Immobilien tatsächlich zu einer erwünschten Dämpfung der Kreditvergabe führen können, optimieren europäische Banken angesichts regulatorischer Vorgaben auch, indem sie die Bewertung beliehener Objekte systematisch positiver einschätzen. Dies kann zu einer Verlagerung schwer sichtbarer Risiken im Finanzsystem führen.

Im Anschluss laden wir zum Austausch bei Fingerfood und Drinks ein. Mit dem Format „Finance Forschung Fingerfood“ wird ein regelmäßiger Austausch mit Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verbänden angestrebt.