Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung sank im September von –0,19 auf –0,32. Damit zeigen sich die Führungskräfte börsennotierter Unternehmen in Deutschland pessimistischer als in den Vormonaten. Der SAFE-Index analysiert die aktuellen Jahres- und Quartalsberichte sowie Analystenkonferenzen. In den Finanzberichten fiel die Stimmung der Chefetage deutlich von –1,05 auf –1,39, der niedrigste Wert seit Februar 2021. Die aktuellen Finanzberichte zeigen den vollen Effekt der US-Zölle auf die Ergebnisse des zweiten Quartals. Im Gegensatz zu den negativeren Äußerungen in den Finanzberichten, hellte sich der Tonfall in den Äußerungen der Führungskräfte auf Analystenkonferenzen weiter auf und stieg von +0,76 auf +0,90 Punkte. Das Gesamtbild bleibt somit gemischt.
Führungskräfte verwenden in Analystenkonferenzen nach wie vor viele Begriffe, die Unsicherheit widerspiegeln, doch Ausdrücke wie „difficult to predict“ oder „highly volatile“ wurden seltener. „Die Unsicherheit könnte zurückgegangen sein, weil die jüngsten Handelsabkommen den Unternehmen einen besser vorhersehbaren Rahmen bieten. Gleichzeitig sind die Erträge im zweiten Quartal schwach, insbesondere in den von Zöllen betroffenen Sektoren“, sagt Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE. Der Anteil an Wörtern in der Managerkommunikation, die Unsicherheit ausdrücken, ist den zweiten Monat in Folge leicht zurückgegangen, von 1,68 auf 1,62 Prozent.
Sprachmuster zeigen Herausforderungen und Anpassungen
Negative Begriffe wie „worst case“, „slowdown [in] demand“ oder „unfavorable currency“ treten in den analysierten Dokumenten häufiger auf. Sie deuten auf Sorgen über eine schwächere Nachfrage und negative Wechselkurseffekte hin, die Führungskräfte dazu bewegen, sich auf mögliche Worst-Case-Szenarien einzustellen. Eine Führungskraft erklärte: „Das zweite Quartal war weiterhin geprägt von einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld. Das allgemeine Marktumfeld war angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und teilweise ungelösten globalen Handelsstreitigkeiten durch ein hohes Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit gekennzeichnet.“*
Führungskräfte führten das schwache Quartal auf die globale Instabilität zurück. „Unser zweites Quartal war angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und ungelösten globalen Zollverhandlungen von einer hohen wirtschaftlichen Unsicherheit geprägt“, berichtete ein Unternehmen. „Dies führte zu einer spürbaren Abschwächung der Nachfrage und zu erhöhtem Preisdruck in verschiedenen Zielmärkten, was sich voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 fortsetzen wird.“* Eine weitere Führungskraft verwies auf das veränderte operative Umfeld: „Auf makroökonomischer Ebene ist das Worst-Case-Szenario in Bezug auf Zölle zwar nicht eingetreten, doch die jüngsten Vereinbarungen zwischen den USA, Japan, der EU und einigen anderen Ländern deuten auf tendenziell höhere Zölle im Vergleich zu früheren Rahmenbedingungen hin.“*
Positive Begriffe, die zu Jahresbeginn noch häufig waren, wie „strong growth“ oder „good start“, sind deutlich zurückgegangen. Sie bestätigen das schwächere Ergebnisbild im zweiten Quartal. „Die starke Performance des ersten Quartals hat sich klar abgeschwächt“, sagt Alexander Hillert, Professor für Data Science und Finance bei SAFE. „Durch die Handelsabkommen können Führungskräfte zwar mit klareren Regeln arbeiten, doch die negativen Auswirkungen der Zölle sind unbestreitbar.“
Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung
Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung (SAFE Manager Sentiment Index) misst monatlich, wie optimistisch oder pessimistisch sich Führungskräfte von börsennotierten Unternehmen in Deutschland äußern. Entwickelt von Alexander Hillert und seinem Team am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, basiert der Index auf einer automatisierten Textanalyse, die positive und negative Aussagen in Geschäftsberichten und Analystenkonferenzen auswertet. Der Index bietet Einblicke in die Investitionsbereitschaft sowie mögliche Trends bei Aktienrenditen. Der Index basiert auf einem rollierenden Dreimonatsfenster von Daten.
Das Team misst außerdem seit Mai 2025 systematisch die in der Finanzmarktkommunikation geäußerte Unsicherheit der Unternehmen und verwendet dazu das Loughran and McDonald Dictionary of Uncertainty Words. Diese Analyse erfasst, wie oft Führungskräfte Unklarheit, Risiko oder Zweifel zum Ausdruck bringen und ermöglicht es, herauszufinden, worüber sich Manager:innen unsicher sind.
Die weiteren geplanten Veröffentlichungstermine im Jahr 2025 sind:
- Mittwoch, 8. Oktober
- Dienstag, 11. November
- Dienstag, 9. Dezember
* Übersetzungen aus dem Englischen; Originalaussagen siehe englische Pressemitteilung.