Am 24. Februar stand beim jährlichen Leibniz-Wirtschaftsgipfel die strukturellen wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands und mögliche Lösungen im Mittelpunkt. An der Diskussion nahmen führende Personen aller Wirtschaftsforschungsinstitute der Leibniz-Gemeinschaft teil, darunter Florian Heider, Marcel Fratzscher, Nicola Fuchs-Schündeln, Clemens Fuest, Reint Gropp, Hanna Hottenrott, Kerstin Schneider und Moritz Schularick. Es herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass die deutsche Wirtschaft mit strukturellen Problemen konfrontiert ist, es mutige Reformen benötigt und eine stärkere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene erforderlich ist. Positive konjunkturelle Signale kommen aktuell vor allem aus den Sektoren, die von staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Militär profitieren.
Florian Heider ging auf die Diskrepanz zwischen den wirtschaftlichen Schwächen und den überraschend guten Entwicklungen an den Aktienmärkten ein. Er sagte, dass Deutschland weiterhin Kapitalinvestitionen anziehe, insbesondere aus den USA. Eine breitere Beteiligung der deutschen Gesellschaft am Aktienmarkt würde dafür sorgen, dass diese vom Wachstum an den Aktienmärkten profitiert, unterstrich er: „Wir haben keine Aktienmarktkultur. Für viele ist der Finanzsektor immer noch etwas latent Böses.“ Er forderte deshalb Reformen des Rentensystems und mehr Finanzkompetenz in Deutschland.
Leibniz-Wirtschaftsgipfel 2026 im Video