Am 31. März 2026 fand die erste Veranstaltung der SAFE-CEPR EFA RPN Web-Seminarreihe „Financial Regulation in the Era of Fragmentation, AI, and Geopolitics“ statt, welche die Vereinfachung der Finanzregulierung zum Thema hatte. Die Reihe wird vom Centre for Economic Policy Research (CEPR) Research Policy Network (RPN) European Financial Architecture in Zusammenarbeit mit SAFE (Sustainable Architecture for Finance in Europe) ausgerichtet.
Enrico Perotti (University of Amsterdam und CEPR) präsentierte seine Ansichten zur Stärkung der Bankenresilienz durch die Reform von Additional Tier 1 (AT1)-Anleihen. Martin Oehmke (London School of Economics and Political Science und CEPR) nahm als Diskutant teil und Loriana Pelizzon (SAFE und CEPR) moderierte die Veranstaltung.
Seit der globalen Finanzkrise hat die Bankenregulierung erheblich zugenommen. Dies hat die Finanzstabilität erhöht, gleichzeitig aber das System komplexer, fragmentierter und weniger förderlich für die europäische Finanzintegration gemacht. Dies zeigt sich insbesondere in der EU-Bankenregulierung im Rahmen von Basel III.
Die aktuellen Debatten über die Vereinfachung des Regulierungsrahmen bei gleichzeitiger Wahrung der Resilienz sind geprägt vom Wunsch nach einer stärkeren Integration der Finanzmärkte in der EU und vom Druck seitens der USA, die Deregulierung voranzutreiben. AT1-Instrumente sollten finanziellen Stress abfedern, haben sich in der Praxis jedoch als ineffektiv erwiesen. Diskutiert wurde eine Reform, bei der die Umwandlungsschwelle deutlich angehoben und die Umwandlung durch die Aufsichtsbehörden ausgelöst werden kann, wenn eine Bank zwar überlebensfähig, aber unterkapitalisiert ist. Dies soll ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglichen und gleichzeitig die Rechte der Investoren schützen.