Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung fällt im Juli auf -0,17. Im zweiten Quartal verwendeten Führungskräfte börsennotierter Unternehmen in Deutschland in ihren Finanzberichten und auf Analystenkonferenzen häufiger negativ belegte Begriffe, während positive Formulierungen seltener auftauchten. Trotz der zuletzt guten Entwicklung der DAX-Indizes deutet dieser Rückgang im Optimismus auf trübere Geschäftsaussichten hin.
„Seit März beobachten wir durch den SAFE-Index, dass die Sprache der Manager pessimistischer wird. Für börsennotierte Unternehmen ist die Lage schlicht unsicherer als zuvor – diese Unsicherheit ist gekommen, um zu bleiben“, sagt SAFE-Direktor Florian Heider. Für Unternehmen sind Risiken meist kalkulierbar – doch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld ist unberechenbar und erschwert langfristige Prognosen erheblich. Wie ernst die Lage eingeschätzt wird, zeigen Aussagen der Führungsetagen. So heißt es etwa in einer Analystenkonferenz: „Wegen der hohen Volatilität und Unsicherheit im Umfeld von Zöllen und potenziellen Marktspannungen haben wir deren Auswirkungen in unseren Schätzungen nicht berücksichtigt.“ Ein anderes Unternehmen betont: „Angesichts der anhaltenden Unsicherheit rund um Zölle ist es noch zu früh, um endgültige Schlüsse zu ziehen.“
Indirekte Effekte im Fokus
Die Unternehmen sorgen sich zunehmend um die indirekten Folgen möglicher Zölle. Alexander Hillert, Professor für Data Science und Finance bei SAFE, erläutert: „Viele Unternehmen fragen sich, wie ihre Kundschaft auf die veränderte Lage reagieren wird und wie die Handelsspannungen das Konsumklima beeinflussen werden.” Entsprechend äußert sich ein Manager: „Makroökonomische Unsicherheiten und eine gedrückte Verbraucherstimmung könnten unser Geschäft weiterhin belasten.“ Ein anderer weist darauf hin: „Wir müssen auch indirekte Folgen durch Marktunsicherheit oder veränderte Nachfrage in Branchen wie Automobil oder Konsumgüter berücksichtigen.“
Eine weitere Textanalyse von Alexander Hillert auf Basis der ausgewerteten Analystenkonferenzen zeigt: Der Anteil an Aussagen, die Unsicherheit widerspiegeln wächst weiter und erreicht einen neuen Rekordstand. Wortpaare wie „high volatility“ oder „market uncertainty“ nehmen in den Äußerungen der Chefetage zu. „Die Formulierungen, die Unsicherheit signalisieren, unterstreichen den Abwärtstrend in der Stimmung von Führungskräften, wie ihn der SAFE-Index zeigt”, so Hillert.
Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung
Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung (SAFE Manager Sentiment Index) misst monatlich, wie optimistisch oder pessimistisch sich Führungskräfte in Deutschland börsennotierter Unternehmen äußern. Entwickelt von Alexander Hillert und seinem Team am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, basiert der Index auf einer automatisierten Textanalyse, die positive und negative Aussagen in Geschäftsberichten und Analystenkonferenzen auswertet. Der Index bietet wertvolle Einblicke in die Investitionsbereitschaft sowie mögliche Trends bei Aktienrenditen. Der Index basiert auf einem rollierenden Dreimonatsfenster von Daten.
Die weiteren geplanten Veröffentlichungstermine in 2025 sind:
- Dienstag, 12. August
- Dienstag, 9. September
- Mittwoch, 8. Oktober
- Dienstag, 11. November
- Dienstag, 9. Dezember
* Die Originalaussagen sind auf Englisch und hier zu finden.