Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute beschlossen, die Leitzinsen zu erhöhen. Der Einlagenzins liegt damit bei 2,5%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,9%.
Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE kommentiert:
„Die erhöhte Inflationsrate im Euroraum im August machte die heutige Zinserhöhung notwendig. Die heutige Zinserhöhung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass weitere Zinsschritte folgen. Die EZB muss die gemischten Signale richtig einordnen und ihre nächsten Entscheidungen von der weiteren Entwicklung abhängig machen.
Einerseits treiben vor allem die Energiepreise die Inflation. Andererseits sind die Kerninflation und die Dienstleistungsinflation leicht gesunken. Das deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Preisdruck beherrschbar ist.
Ein großer Ölschock und ausgeprägte Zweitrundeneffekte sind bislang ausgeblieben. Die Lage bleibt dennoch angespannt. Insbesondere die neuen iranischen Sperrzonen rund um die Straße von Hormus bergen das Risiko steigender Energiepreise und damit eines erneuten Inflationsschubs. Gleichzeitig muss die EZB mögliche Spannungen an den Staatsanleihemärkten beobachten, denn hohe Renditen verteuern die Refinanzierung und bremsen das Wirtschaftswachstum.
Angesichts der erhöhten Verbraucherpreise behält die EZB mit der strafferen Geldpolitik ihr Mandat der Preisstabilität im Blick. Deutsche Unternehmen, die gerade einen leichten Aufschwung erleben, kann diese Entscheidung wiederum belasten.“