Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute beschlossen, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Der Einlagenzins liegt damit bei 2,25%. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,40%, und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65%.
Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE sagt dazu:
„Angesichts der Sommerpause und der anhaltenden Unsicherheit hat sich die EZB heute nicht zu einer vorschnellen Entscheidung drängen lassen, sondern hält an ihrem abwartenden, datenabhängigen Kurs fest. Doch auch wenn sich die Inflation im Juni abgeschwächt hat, ist das Inflationsziel noch nicht erreicht.
Der verbleibende Preisdruck wird derzeit vor allem durch gestiegene Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten verursacht. Es handelt es sich um einen externen Kostenschock, dessen Folgen sich erst mit den kommenden Daten verlässlich beurteilen lassen. Dann wird sich zeigen, ob die höheren Energiepreise auf andere Preise und Löhne übergreifen und damit einen breiteren Inflationsdruck auslösen.
Aus heutiger Sicht spricht vieles für eine Zinserhöhung im Herbst. Die Finanzmärkte rechnen bereits weitgehend mit einem solchen Schritt. Mit den neuen Inflations- und Konjunkturdaten nach der Sommerpause wird die EZB besser beurteilen können, ob der aktuelle Kostendruck eine weitere geldpolitische Straffung erforderlich macht.“