Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute entschieden, den Leitzins unverändert zu lassen. Der Einlagenzins bleibt damit bei 2,00%. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,15% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40%.
Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, kommentiert:
„Die EZB setzt ihre Zinspause wenig überraschend fort. Angesichts der um das Zweiprozentziel schwankenden Inflationsrate und der bisher verhaltenen Konjunktur war die Entscheidung erwartbar.
Im Rückblick auf das Jahr lässt sich sagen: Die geldpolitische Strategie war im Kern erfolgreich. Die Inflation ist im ersten Halbjahr spürbar gesunken und seitdem stabil. Die EZB hat sich weder von Märkten noch von Stimmungen treiben lassen. In einem geopolitisch herausfordenden Umfeld hat die EZB vorsichtig und datenabhängig agiert.
Der Arbeitsmarkt zeigt sich insgesamt robust, die Dienstleistungsinflation bleibt jedoch hartnäckig. Auch im Jahr 2026 wird die Gesamtwirtschaft mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert sein, von der Digitalisierung, dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz bis hin zu expansiver Fiskalpolitik und hoher Staatsverschuldung. Die aktuelle geldpolitische Ruhe verschafft der EZB die Flexibilität, bei neuen Daten zügig zu reagieren.“