26 May 2026

Börsennotierte Unternehmen bewerten Sondervermögen moderat positiv

Vor allem Finanz-, Industrie- und Grundstoffunternehmen erwarten Impulse durch das Sondervermögen

Stuhlreihen Deutscher Bundestag

Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) löste eine Debatte aus, ob die Mittel bestehende reguläre Investitionen des Bundes ersetzen würden. Forschende des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE analysierten jetzt anhand der Protokolle von Analystenkonferenzen, wie Chefetagen börsennotierter Unternehmen in Deutschland das SVIK bewerten. 

Die Auswertung der SAFE-Forschenden, die heute im ifo Schnelldienst erschienen ist, zeigt: Mit den konkreteren Ausgabeplänen für das SVIK im Bundeshaushalt 2026 äußerten sich die Führungskräfte in Analystenkonferenzen zunehmend positiver zum SVIK. 

Unternehmenssicht auf das Sondervermögen: Einblicke aus Analystenkonferenzen

Der Beschluss zum SVIK überraschte die Unternehmen, die vor der Bundestagswahl 2025 kein schuldenfinanziertes Investitionsprogramm erwartet hatten. „Das Sondervermögen wurde im März 2025 sehr schnell zu einem relevanten Thema auf Analystenkonferenzen“, sagt SAFE-Professor Alexander Hillert, einer der Studienautoren. 

Zu Beginn äußerten sich die Führungskräfte eher neutral zum SVIK, da die genaue Ausgestaltung und Umsetzung noch nicht klar waren. „Mit den konkreten Ausgabeplänen im Bundeshaushalt 2026, wurden die Manager zunehmend positiver in ihren Aussagen zum Sondervermögen“, so Hillert. Vor allem Unternehmen aus Finanzwesen, Industrie und Grundstoffsektor erwarten Wachstums- und Investitionsimpulse. Hersteller zyklischer Konsumgüter äußern sich zurückhaltender.

Abbildung 1: Wie positiv Manager über das SVIK sprechen

Abbildung 1: Wie positiv Manager über das SVIK sprechen
Die gelbe Linie zeigt die Stimmung der Führungskräfte zum SVIK. Die Stimmung wird auf einer Skala von –1 (negativ) über 0 (neutral) zu +1 (positiv) gemessen. In die Berechnung der Stimmung gehen alle Sätze zum SVIK aus den jeweils aktuellsten drei Monaten ein. Quelle: LSEG Workspace; Berechnungen der Autor:innen.

Hillert betont: „Damit unterscheidet sich die Einschätzung des SVIKs durch börsennotierte Unternehmen in zwei Punkten von weiten Teilen der öffentlichen Debatte: Erstens betonen Führungskräfte, dass Effekte erst mittel- bis langfristig zu erwarten sind. Zweitens schätzen sie die Wirkung weiterhin positiv ein.“

Abbildung 2: Wie häufig Manager über das SVIK sprechen
 

Für die Analyse werteten die Forschenden mehr als 1.200 Analystenkonferenzen zwischen Januar 2024 und März 2026 systematisch mit Methoden der Textanalyse aus. Die Daten erheben Hillert und sein Team monatlich für den SAFE-Index zur Manager-Stimmung. 


Die Studie “Das Sondervermögen aus Unternehmenssicht: Was Analystenkonferenzen verraten” erschien im Mai 2026 im ifo Schnelldienst und ist auf Englisch als Policy Letter No. 115: "The Corporate Perspective on the German Fiscal Stimulus Package" verfügbar.