Ein akademisches Leben in der Rechts- und Finanzwissenschaft

Zum Gedenken an Brigitte Haar trafen sich Wissenschaftler zu einem Symposium im House of Finance

Im März dieses Jahres ist Brigitte Haar im Alter von 54 Jahren gestorben. Im House of Finance trafen sich Wissenschaftler am 24. September zum Symposium "An Academic Life in Law and Finance - Commemorating Brigitte Haar", um ihre Kollegin und Freundin zu ehren und aktuelle Themen aus ihrem Forschungsgebiet zu diskutieren.

Seit 2004 war Brigitte Haar Professorin an der Goethe-Universität für Privatrecht, deutsches, europäisches und internationales Wirtschaftsrecht, Recht und Finanzen sowie Rechtsvergleichung gewesen. Ab der Gründung des House of Finance an der Goethe-Universität hatte sie die Forschergruppe "Unternehmens- und Finanzrecht" in den Gremien des Hauses vertreten. Seit der Gründung des LOEWE Centers SAFE im Jahr 2013 hatte sie ihre Forschung als Principal Investigator eingebracht und die Rechtsabteilung im wissenschaftlichen Beirat des Zentrums vertreten.

Das Symposium wurde vom Center for Advanced Studies on the Foundations of Law and Finance (LawFin), dem Research Center SAFE und dem European Corporate Governance Institute (ECGI) organisiert. Themen des Symposiums waren unter anderem "The Overstated Stewardship Potential of Index Funds", "Stewardship and Shareholder Engagement in German Corporate Governance" und "ESG Disclosure and Performance: A Cross-Country Analysis".

"Der beste Weg, Brigitte Haar und ihr Andenken zu ehren, besteht darin, die Themen lebhaft zu diskutieren, denen sie ihr akademisches Werk gewidmet hat“, sagte Albrecht Cordes, Prodekan der Juristischen Fakultät der Goethe-Universität, zur Eröffnung des Symposiums. Uwe Walz, SAFE-Direktor, erinnerte daran, dass Haar den Grundstein die Fachrichtung Recht und Finanzwesen in Frankfurt gelegt habe, zum Beispiel durch die Einrichtung des Doktorandenprogramms Law and Economics of Money and Finance (LEMF).

Unter den Referenten war auch Katharina Pistor, Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaften an der Columbia Law School. Sie hat Haar über 20 Jahre lang als Wissenschaftlerin und Freundin begleitet. In ihrer Rede sprach sie über Haar als Person und ihre Beiträge zur Forschung an der Schnittstelle von Recht und Finanzen. "Durch die gemeinsame Zeit mit Brigitte als Wissenschaftlerin und Freundin bin ich sicher, dass sie nie aufgehört hat, nach dem Unmöglichen zu streben", sagte Pistor.

Klaus J. Hopt, ehemaliger Direktor und emeritierter Professor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, bezeichnete Haar als "eine große Gelehrte, eine begeisterte akademische Lehrerin und eine wunderbare Person". Wichtige, aber kontroverse Themen in Recht und Finanzen zu diskutieren, sei eines der Dinge gewesen, die Brigitte Haar am besten gefielen, sagte er.


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