Das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE trauert um Horst Entorf

Professor für Ökonometrie im Alter von 64 Jahren überraschend verstorben

"Mit Horst Entorf haben wir nicht nur einen großartigen Wissenschaftler verloren, sondern auch einen herzlich verbundenen Kollegen und Freund. Die Nachricht von seinem Tod hat uns alle völlig überrascht. Seit der Gründung von SAFE hat Horst das SAFE Datenzentrum mit hohem persönlichen Einsatz aufgebaut und dort Pionierarbeit geleistet. Über viele Jahre hat er die Arbeit unseres Forschungsinstituts im Scientific Board mit seiner besonnenen Art konstruktiv begleitet und vorangebracht. Wir werden seine Stimme dort vermissen, wir werden Horst nicht vergessen."

Jan Pieter Krahnen, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE

Horst Entorf war seit 2007 Professor für Ökonometrie an der Goethe Universität Frankfurt. Bei SAFE baute er das Datenzentrum auf und war dessen Programmdirektor seit der Gründung des Forschungsinstituts im Jahr 2013. Insbesondere hat er das Projekt eines Repositoriums für Finanzforschungsdaten vorangebracht, welches von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als „Forschungsinfrastruktur für Finanzdaten (FIF)“ gefördert wird.

Horst Entorf studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Bielefeld und promovierte im Jahr 1989 an der Universität Mannheim zum Thema "Multisektorale Konjunkturanalyse: Theorie, Empirie und Frühindikatoren `Realer Konjunkturzyklen´". Dort verfasste er auch seine Habilitation bei Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz König zum Arbeitsmarktthema "Match and Mismatch: A Disaggregate View", die er im Jahr 1995 abschloss. 1998 folgte Horst Entorf dem Ruf der Universität Würzburg und war dort Professor für Ökonometrie, wo er auch quantitative Ökonomik lehrte. Zwischen 2001 und 2007 war er Professor für Angewandte Ökonometrie an der TU Darmstadt.

Weitere Stationen seiner akademischen Karriere umfassen Positionen an der Katholischen Universität Löwen, beim Center for Research in Economics and Statistics (CREST) in Palaiseau, beim Center for Economic Research and Graduate Education – Economics Institute (CERGE-EI) in Prag sowie an der Universität der Bundeswehr in München.

Er war zudem SPES-Fellow der Europäischen Union (1990-1992) und Fellow der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1992-1993). Seit 1998 war er Research Fellow des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und seit 1999 beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörte die empirische Ökonometrie, die er auf die Arbeitsökonomie, die Finanzmärkte, die Konjunkturanalyse und die Ökonometrie der Kriminalität anwandte. Im Laufe seiner akademischen Karriere hat er unter anderem im Journal of Labor Economics, der European Economic Review, im Journal of Econometrics, dem Scandinavian Journal of Economics, dem International Journal of Forecasting und der International Review of Law and Economics publiziert.

Außerdem war Horst Entorf Mitglied in den Ausschüssen für Ökonometrie, Bevölkerungsökonomik und Makroökonomie des Vereins für Socialpolitik, Mitglied des Auswahlausschusses beim Procope-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sowie Mitglied des Wettbewerbsausschusses des Senats der Leibniz-Gemeinschaft.

Am 16. Februar 2020 ist Horst Entorf im Alter von 64 Jahren überraschend verstorben.