Forschungsprogramm

Der Programmbereich Forschung des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE gliedert sich in sechs Abteilungen, die thematisch ineinandergreifen und das Forschungsfeld vollständig abdecken:
 

  • Financial Intermediation
  • Financial Markets
  • Household Finance
  • Macro & Finance
  • Money & Finance
  • Law & Finance


Die Abteilung Financial Intermediation setzt sich mit der Rolle von Mittlerinstitutionen am Kapitalmarkt auseinander, insbesondere Banken und Versicherungen, aber auch wenig oder nicht regulierte Marktteilnehmer wie Hedgefonds und sogenannte „Schattenbanken“. Ausgewählte Forschungsschwerpunkte sind die realwirtschaftlichen Folgen der Banken¬regulierung, das Spannungsverhältnis von Stabilität und Wettbewerb sowie die Konsequenzen der Digitalisierung für die Geschäftsmodelle von Finanzintermediären.

Die Abteilung Financial Markets befasst sich mit der Funktionsweise und dem Wandel der Finanzmärkte, welche heute wesentlich technologisch und regulatorisch bestimmt sind. Es ergeben sich Forschungsfragen zu den Folgen für Preisbildung (Asset Pricing), Wettbewerb, Liquidität auf Sekundärmärkten, Marktstabilität und systemisches Risiko sowie für den Verbraucher¬schutz. Spezifische Regulierungsmaßnahmen, wie die EU-Richtlinie über Märkte und Finanz¬instrumente MiFID II, oder säkulare Trends wie der demografische Wandel oder der Klimawandel beeinflussen die Funktionsweise der Märkte bzw. die Anlageentscheidungen der Investor/innen und gehen deshalb ebenfalls in die Forschung des Bereichs ein.

Die Abteilung Household Finance erforscht die Finanzentscheidungen privater Haushalte sowie das Zusammenspiel von Angebot von und Nachfrage nach Finanzdienstleistungen für Privatkunden. Die Forschungsvorhaben in diesem Bereich vereint das übergeordnete Ziel, Lösungen zu erarbeiten, die zu besseren Finanzentscheidungen von Haushalten führen. Die Abteilung hat neben der mikro- auch eine makroökonomische Perspektive, etwa hinsichtlich der Ausgestaltung von Pensionssystemen als Determinante sowohl der Tiefe und Breite von Kapitalmärkten als auch der langfristigen Vermögensbildung im Haushaltssektor einer Volkswirtschaft.

Schwerpunkt der Forschungsarbeit in der Abteilung Macro & Finance ist die Analyse der Auswirkungen staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft durch Steuer-, Transfer- und Schuldenpolitik. Es sollen theoretisch fundierte quantitative Modelle entwickelt werden, in deren Kern zahlreiche Entscheidungen auf Haushalts- und Individualebene – etwa zu Konsum, Ersparnisbildung, Arbeitsangebot und Ausbildung – abgebildet werden, die durch Finanzinstitutionen bzw. finanzwirtschaftliche Friktionen beeinflusst werden. Ein Schwerpunkt liegt auf den Effizienz- und Verteilungswirkungen von Finanzmarktinstitutionen, -reformen und auf Umverteilung zielenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen.

Die Abteilung Money & Finance befasst sich mit der makroökonomischen Analyse von Finanz¬institutionen mit dem Ziel, die Übertragung und potenzielle Verstärkung von geldpolitischen Schocks aufgrund von inhärenten systemischen Risiken zu verstehen. Die makroökonomische Perspektive wird auf mittlere Sicht mit mikroökonomischen Strukturinformationen (z.B. Geschäftsmodellen von Banken) verbunden, um ein besseres Verständnis von Ursache-Wirkungsstrukturen zu erhalten. So werden quantitative Modelle des Finanzmarktes entwickelt, um die Wohlfahrts¬implikationen von Schocks (z.B. anhaltende Niedrigzinsen) und wirtschaftspolitischen Eingriffen (z.B. unkonventionelle Geldpolitik) abzuschätzen.

Die Abteilung Law & Finance führt aus allen Abteilungen Expertise zusammen, um zentrale, insbesondere interdisziplinäre Fragen zu bearbeiten, u.a. die Effektivität unterschiedlicher Regulierungsansätze für Finanzmärkte und -institutionen, wie sie in verschiedenen Rechtsordnungen in den letzten Jahren umgesetzt wurden, sowie die Auswirkungen gesetzlicher Regelungen zum Konsumentenschutz im Finanzbereich. Fragen der Unternehmensfinanzierung (corporate finance) werden in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Financial Intermediation und  Financial Markets behandelt. Die Abteilung wird eng mit der 2017 eingeworbenen DFG Kolleg-Forschergruppe zum Thema „Foundations of Law and Finance“ verzahnt sein.