SAFE Finance Blog

Stabile Lage der Haushaltseinkommen in der Coronakrise

Haushaltskrisenbarometer: Nach sechs Monaten zeigt sich ein konstantes Bild mit leichten Verbesserungen

Nach sechs Monaten und sieben Wellen des Haushaltskrisenbarometers bietet sich folgendes Bild: Weiterhin ist ein Großteil der Haushalte (83 Prozent) in Deutschland nicht von Einkommenseinbußen getroffen, so dass nur 17 Prozent der Haushalte eine Einkommenseinbuße im Vergleich zur Situation Anfang März verzeichnen. Die von Einkommenseinbußen betroffenen Haushalte sind dies dagegen schon überwiegend seit Ende März. Auch Ende August konzentrieren sich diese auf Selbständige sowie auf abhängig Beschäftigte in bestimmten Gewerbezweigen. So verzeichnen noch Ende August 30 Prozent der im Bereich „Handel/ Verkehr/Gastgewerbe/Unterhaltung/Erholung“ Beschäftigten eine Einkommenseinbuße im Vergleich zur Situation vor der Coronakrise. Im Bereich „Gewerbe/ Handwerk/ Bau“ sind dies ebenfalls 30 Prozent.

Hinsichtlich der Einkommenserwartung gehen nur sieben Prozent der Haushalte von (weiter) fallenden Einkommen aus. Allerdings erwarten diejenigen Haushalte, deren Einkommen bereits gesunken sind, überwiegend keine Rückkehr zum vorherigen Einkommen in den nächsten sechs Monaten: Nur 35 Prozent dieser Haushalte gehen von einem steigenden Einkommen aus.

Im Vergleich über die Zeit fällt auf, dass sich die Lage nach dem ersten Schock im März weder weiter verschlechtert, noch allerdings auch deutlich erholt hat. Besonders deutlich ist dies bei der Betrachtung der bereits angeführten Einkommensentwicklung: Der Anteil der Haushalte mit einer Einkommensverschlechterung oder aber einem gleichbleibenden Einkommen hat sich seit Ende März praktisch nicht verändert.

Die Erwartungen hinsichtlich der Einkommensentwicklung in den nächsten sechs Monaten haben sich aber verbessert. Insbesondere der Anteil der Haushalte, die von einer Senkung ausgehen, ist kontinuierlich gefallen, von 17 Prozent Anfang April auf sieben Prozent Anfang September.

 

Die Befragung (Haushaltskrisenbarometer) wird getragen von einer Kooperation des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, Nielsen-Frankfurt und dem Lehrstuhl für Finanzen und Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt. Das Nielsen Consumer Panel erlaubt es auch, Umfrageergebnisse mit dem tatsächlichen Kaufverhalten zu verknüpfen, um weitere Analysen oder Vergleiche anzustellen. So kann damit analysiert werden, wie sich die erfragten Einkommensschocks bei den einzelnen Haushalten auch im Warenkorb niederschlagen. Alle Ergebnisse finden sich unter www.haushaltskrisenbarometer.de

 


Calogero Brancatelli promoviert derzeit am Lehrstuhl für Finanzen und Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt.

Andreas Hackethal leitet die SAFE-Forschungsabteilung "Household Finance" und ist Professor für Finanzen an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Roman Inderst ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzen und Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt.

Sebastian Schuler promoviert derzeit am Lehrstuhl für Finanzen und Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt.


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