SAFE Finance Blog

Schuldtitel jenseits von TLAC notfalls stützen

Jan Krahnen wirbt im Interview mit dem Handelsblatt für Staatshilfen zur Abwicklung einer Krisenbank – als Ergänzung eines Bail-In

Jan Pieter Krahnen

SAFE-Direktor Jan Pieter Krahnen hat in einem Interview mit dem Handelsblatt (Ausgabe vom 27. Juni 2017) die Abwicklung der italienischen Krisenbanken Veneto Banca und der Banca Popolare di Vicenza begrüßt. Auch wenn nicht alles ideal gelaufen sei, sei es ein Durchbruch, dass zwei gescheiterte Banken aus dem Markt genommen und nicht, wie früher in Italien oft geschehen, „durchgefüttert“ worden seien. Zwar werde auch in diesem Fall Steuergeld in die Hand genommen, aber nicht, um eine schwache Bank zu stützen, sondern um ein anderes Institut in die Lage zu versetzen, als Retter aufzutreten. Im Vergleich zur kürzlichen Übernahme der spanischen Banco Popular durch Banco Santander, die die Akquisition aus eigener Kraft stemmen musste, sei das Vorgehen in Italien allerdings nur die zweitbeste Lösung.

Der Vorfall zeige, so Krahnen, dass die Frage geklärt werden müsse, wie man im Krisenfall mit Gläubigern oberhalb der Mindesthaftsumme TLAC umgehen sollte – unterhalb dieser Schwelle werden die Halter immer zur Haftung herangezogen (Bail-In). „Wir haben völlig unnötig Unsicherheit im Finanzsystem, weil nicht klar ist, wie viel Geld notfalls von Gläubigern verlangt wird.“ Die EU sollte daher regeln, so Krahnen, dass alle Schuldtitel, die über die TLAC-Grenze – welche man eventuell auch höher ansetzen könne – hinausgehen, notfalls gestützt werden. Die Aussage von Politikern, dass man für eine Bankenrettung nie wieder Steuergeld einsetzen werde, bezeichnet Krahnen als „unsinnige Ansage“, was auch jedem bekannt gewesen sei. „Wenn eine Bankpleite ein relevantes Systemrisiko auslöst, wird man immer auch zu Staatshilfen greifen.“

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