05 Jun 2023

SAFE-Forscherin erhält renommierten Preis

Rachel Nam bei angesehener Konferenz für ihr Forschungspapier zu offenem Bankwesen und Datenfreigabe ausgezeichnet

[Translate to Deutsch:] Lock on keyboard with a golden credit card

Rachel Nam, Doktorandin in der Forschungsabteilung Financial Markets am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, hat vom Journal of Financial Intermediation (JFI) und der Financial Intermediation Research Society (FIRS) den renommierten Preis für das beste Ph.D.-Forschungspapier im Jahr 2023 erhalten. Überreicht wurde die Auszeichnung während der 17. FIRS-Jahreskonferenz am 4. Juni 2023.

Ihr Forschungspapier mit dem Titel „Open Banking and Customer Data Sharing: Implications for FinTech Borrowers“ untersucht die Auswirkungen von “offenem Bankwesen”, also der freie Zugang zu personenbezogenen Daten unter Zustimmung der Kund:innen, und kundenorientiertem Datentransfer auf den Verbraucherkreditmarkt. „Es ist wirklich eine Ehre, diese Auszeichnung von JFI und FIRS zu erhalten. Ich freue mich zu den wachsenden Diskussionen über die Auswirkungen von offenem Bankwesen beizutragen und die Feinheiten der Entscheidungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der Datenweitergabe und deren Folgen weiter zu erforschen“, sagte Nam nach der Preisverleihung.

SAFE-Wissenschaftlerin Rachel Nam
SAFE-Wissenschaftlerin Rachel Nam

Das Papier von Nam analysiert die Auswirkungen von offenem Bankwesen und Datenfreigabe für Privathaushalte anhand umfangreicher Kreditantragsdaten einer der größten Kreditvergabe-FinTechs für Konsumkredite in Kontinentaleuropa. Ihre Studie untersucht Merkmale von Kreditnehmenden, die sich für die Weitergabe ihrer Daten entscheiden, und bewertet deren Folgen auf die Ergebnisse von Kreditanträgen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Kreditnehmende mit niedrigerem Rating eher bereit sind, Daten freizugeben, was die Wahrscheinlichkeit einer Kreditgenehmigung erhöht und zu niedrigeren Zinssätzen führt.

Abbildung 6 aus dem Papier von Rachel Nam zeigt die Darlehensannahmequote bei der Entscheidung für die gemeinsame Nutzung von Daten nach Schufa-Scoring von A-M. Die Annahmequote für die gemeinsame Datennutzung steigt mit einem niedrigeren Schufa-Score, während sie mit einem besseren Score sinkt.

Die Studie zeigt auch, dass das offene Bankwesen eine neue Ebene für die traditionellen Methoden der Kreditwürdigkeitsprüfung einführt und eine präzisere, individuellere Risikobewertung ermöglicht. Nam erklärt in ihrem Forschungspapier, dass die traditionellen Merkmale der Kreditwürdigkeitsprüfung weniger Unterschiede bei den Ergebnissen von Kreditanträgen erklären, wenn die Kundschaft sich für die Freigabe ihrer Daten entscheiden. Dies deutet daraufhin, dass das offene Bankwesen besonders für Personen mit schwachen Kreditdaten von Vorteil sein könnte. Diese Ergebnisse liefern somit Implikationen für Regulierungsbehörden, die an der Umsetzung der Politik des offenen Bankwesens beteiligt sind.

Zuvor war Nams Arbeit auf der Konferenz “Future of Financial Information“ mit dem Preis des besten Ph.D.-Forschungspapiers ausgezeichnet worden.