09 Mar 2026

Risikobericht der BaFin: Risiken trotz guter Marktstimmung

Geopolitische Umbrüche, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsthemen bergen Gefahren für die Finanzmarktstabilität  

Das Frankfurter Börsenparkett

Im aktuellen Risikobericht der Bundeszentrale für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) „Risiken im Fokus 2026“ warnt die Behörde vor einem Härtetest für die Finanzstabilität. Allerdings gibt es laut BaFin „keinen Grund zur Schwarzmalerei“, weil die meisten Banken und Versicherungen profitabel und solide kapitalisiert seien. Am 18. Februar 2026 stellte Rupert Schaefer, Exekutivdirektor Strategie, Policy und Steuerung bei der BaFin den Bericht in einem Web-Seminar vor, das Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor von SAFE moderierte. 

Erstmals enthält der Bericht drei Top-Verbraucherrisiken   

Besondere Risiken für Verbraucher:innen sieht die BaFin durch Konsumfinanzierung auf Kredit, Investitionen in Kryptowerte in Verbindung mit dem Einfluss sozialer Medien auf das Anlageverhalten sowie durch unangemessene Kosten von kapitalbildenden Lebensversicherungen. Insbesondere warnt sie in diesem Zusammenhang vor unseriösen Finanzangeboten und möchte stärker ins Bewusstsein rufen, dass Investitionen in Kryptowerte sehr riskant sind. Heider begrüßt die Aufnahme der Verbraucherrisiken in den Bericht und findet: „Verbraucherschutz ist essenziell für jede Form von Finanzen“. 

Geopolitische Umbrüche, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bleiben Trends 

Drei Trends spielen laut BaFin eine besondere Rolle für die Entwicklungen im Finanzsektor. Einer davon ist Digitalisierung. Bei diesem Thema unterscheidet die Behörde zwischen Technologie und Produkten: Großes Potenzial sieht sie etwa im Bereich Blockchaintechnologie, wohingegen im hochspekulativen Kryptobereich Risiken gesehen werden. Ein solches Risiko könnte vom signifikanten Wertwachstum bei Stablecoins ausgehen, etwa durch das Fehlen internationaler Regulierungsstandards und der Gefahr eines De-Peg-Events, bei dem der Preis solcher Krypto-Token von seinem Zielwert abweicht.    

Als zweiter Trend bleibt auch das Thema Nachhaltigkeit zentral. Die BaFin erkennt hierbei insbesondere zunehmende physische Risiken infolge von Extremwetterereignissen und des Klimawandels. Aber auch transitorische Risiken im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft bleiben bestehen. Geopolitische Umbrüche bilden den dritten Trend. Diese können sich auf nahezu alle aufsichtsrechtlich relevanten Risikoarten auswirken, erzeugen Spannungen und führen laut BaFin zu „massiven Vertrauensverlusten auf allen Ebenen“.  

Als Risikofaktoren sieht die BaFin Handels- und militärische Konflikte und die hohe Verschuldung wichtiger Industrienationen. Außerdem sei offen, „ob die Wachstums- und Kurseuphorie bei Künstlicher Intelligenz mittelfristig durch Fakten gerechtfertigt wird”.     

Sechs Finanzmarktrisiken stehen unter besonderer Beobachtung 

Einige Marktrisiken nehmen die Finanzmarktaufseher 2026 besonders unter die Lupe: Eine signifikante Korrektur an den internationalen Finanzmärkten, ausfallende Unternehmenskredite, die Gewerbeimmobilienmärkte, Cyber-Vorfälle, die Auslagerung von Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik und unzureichende Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Nach Ansicht der Behörde machen all diese Faktoren die auf den ersten Blick positive Kursentwicklung fragil und führen zu einer unsicheren Lage an den Finanzmärkten.

Vorstellung des Risikoberichts 2026 der BaFin im Video

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