07 Jan 2013

Neues Forschungszentrum “Sustainable Architecture for Finance in Europe” gestartet

SAFE hat sich zum Ziel gesetzt, die Anforderungen an einen optimalen Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte und ihre Akteure zu erforschen. Funktionsfähige Finanzmärkte sind für eine florierende Wirtschaft, Wachstum und Wohlstand unerlässlich. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten ungeahnte Risiken für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat bergen. „Wir brauchen daher einen Rahmen, der so flexibel wie möglich ist, um Innovation und Wettbewerb zuzulassen, und gleichzeitig so rigide wie nötig, um Stabilität zu gewährleisten“, so Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies und wissenschaftlicher Koordinator des Projekts.

Um die Komplexität der Finanzmärkte und ihr Zusammenspiel mit Wirtschaft, Politik und Zentralbanken in allen wichtigen Komponenten erfassen zu können, setzt das neue LOEWE-Zentrum auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit von mehr als 35 Professorinnen und Professoren aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Mikro- und Makroökonomie, Finanzmathematik, Marketing und Recht.

SAFE verfolgt ein umfassendes Forschungsprogramm mit fünf Schwerpunkten: Financial Institutions, Corporate Governance, Household Finance, Financial Markets und Macro Finance. Zusätzlich zur traditionellen wissenschaftlichen Vorgehensweise wird es Neuland betreten mit der Einrichtung sogenannter „Research Labs”, die quer über die Forschungsbereiche hinweg agieren. In einer ersten Phase werden Research Labs zu den Themen „Systemic Risk“ und „Transparency“ eingerichtet. Diese interdisziplinäre Aufstellung mit einer institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen und Themenfeldern ermöglicht es, die Fragmentierung der Einzeldisziplinen zu überwinden.

Aktuelle Themen wie etwa die gegenwärtigen Etat-Ungleichgewichte und die davon abgeleiteten Herausforderungen für die Gemeinschaftswährung werden ebenso in die Betrachtung einbezogen wie Themen von längerfristigem Interesse wie zum Beispiel der technische Fortschritt, globale Ungleichgewichte durch wirtschaftliche Entwicklung oder die Herausforderungen für die Altersvorsorge durch die demografischen Veränderungen. Ziel des Zentrums ist es, zu einem dynamischen Austausch zwischen Forschern, Wirtschaftsakteuren, Politikern und Regulierern beizutragen und davon zu profitieren. Ein Gastwissenschaftlerprogramm wird dazu beitragen, die Sichtbarkeit des Zentrums auf internationaler Ebene zu erhöhen.

Neben Forschungsprogramm und Graduiertenausbildung wird sich SAFE einer professionellen Politikberatung widmen. Auf der Basis wissenschaftlicher Unabhängigkeit und Neutralität ist ein kontinuierlicher Dialog mit Berlin, Brüssel und Wiesbaden vorgesehen, um Regierungs- und Parlamentsmitgliedern zeitnah wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfen zu aktuell anstehenden Finanzmarktthemen zur Verfügung stellen zu können.

Um beste Ergebnisse in Forschung und Politikberatung erzielen zu können, besteht ein bedeutendes Vorhaben des Zentrums in der Zusammenstellung einer umfangreichen Forschungsdatenbank. SAFE wird nicht nur relevante Datensätze erwerben, sondern auch neue einzigartige Daten erheben und aufbereiten, zum Beispiel zum Verhalten von Banken, Haushalten, Unternehmen und politischen Institutionen.

Mit seinem Sitz im House of Finance der Goethe-Universität wird SAFE auf bestehenden Beziehungen, Veranstaltungsformaten und Netzwerken aufbauen.