Austerität und Wirtschaftswachstum – Konzepte für Europa

Die Diskussion um Austeritätsprogramme und ihre exakte Wirkung auf wirtschaftliches Wachstum ist im Zuge der geplanten Sparmaßnahmen von Regierungen in ganz Europa, die vor allem durch den Druck europäischer Institutionen und des Internationalen Währungsfonds aufgesetzt wurden, neu entfacht. Sie hat wichtige und weitreichende Fragen aufgeworfen: Gibt es einen Trade-off zwischen Sparmaßnahmen und langfristigem Wachstum? Ist ein erfolgreiches Sparprogramm eine Voraussetzung für nachhaltiges langfristiges Wachstum? Hat das Festhalten an strikten Sparmaßnahmen und die darauffolgende Rezession dauerhafte Auswirkungen darauf, ob Staaten auf einen langfristigen Wachstumspfad gelangen? Sollten alle Euro-Länder gleichzeitig Sparmaßnahmen ergreifen? Was sollten die Konsequenzen sein, wenn Länder Sparmaßnahmen nicht umsetzen? Wie können wir den Erfolg von Sparprogrammen optimal überwachen und feststellen, ob Sparmaßnahmen zu weit führen? Wie müssen Institutionen ausgestaltet sein, um die negativen Auswirkungen von Sparmaßnahmen zu minimieren und das Potenzial für langfristiges Wachstum zu maximieren? In welchem Zusammenhang stehen die Sparmaßnahmen mit der Zukunft des Euros? Welche Verbindung besteht zwischen Sparmaßnahmen, Migration und Wachstumsaussichten? Wie lassen sich die negativen Effekte von Sparmaßnahmen auf die Jugendarbeitslosigkeit reduzieren? Welche Auswirkungen haben Sparprogramme auf Erwartungen, Risikobereitschaft, Unternehmertum und Innovationen? Gibt es Alternativen zu Sparprogrammen, wenn es darum geht, ein tragfähiges Schuldenniveau und die Zahlungsfähigkeit von Ländern sicherzustellen?

SAFE hat im Jahr 2013 eine Ausschreibung zum Thema „Sparmaßnahmen und wirtschaftliches Wachstum: Konzepte für Europa“ durchgeführt mit dem Ziel, Projekte zu fördern, die den Zusammenhang zwischen Sparmaßnahmen, tragfähigem Schuldenniveau und Wachstum untersuchen. Die Autoren der von einer Jury ausgewählten Projekte präsentierten ihre Ergebnisse auf einer Konferenz am 14. Juni 2014 in Frankfurt, veröffentlichten sie als SAFE Working Paper und reichten sie bei einer bedeutenden Fachzeitschrift ein. Die Ergebnisse wurden zudem in Form einer Policy Publikation im SAFE Policy Center veröffentlicht.

Geförderte Projekte:

  • Alberto Alesina (Harvard): “The composition of fiscal adjustments: A Proposal”
    – mit Carlo Favero (Bocconi) und Francesco Giavazzi (Bocconi)
    Working Paper
  • Gernot J. Müller (Universität Bonn): “Does austerity pay off?”
    – mit Benjamin Born (Universität Mannheim und CESifo) und Johannes Pfeifer (Universität Mannheim)
    Working Paper
  • Harris Dellas (Universität Bern): “Austerity and Default”
    – mit Dirk Niepelt (Study Center Gerzensee, Universität Bern)
    Working Paper
  • Alan Taylor (University of California): “The Time for Austerity: Estimating the Average Treatment Effect of Fiscal Policy”
    – mit Òscar Jordà (Federal Reserve Bank of San Francisco und UC Davis)
    Working Paper
  • Linda Tesar (University of Michigan): “Costly Macroeconomic Tradeoffs of Maintaining Fiscal Solvency in European Economics”
    – mit Enrique G. Mendoza (University of Pennsylvania) und Jing Zhang (Federal Reserve Bank of Chicago)
    Working Paper


Auswahlkommittee:

Costas Azariadis (Washington University), Roel Beetsma (Universiteit van Amsterdam), Henning Bohn (University of California at Santa Barbara), Athanasios Orphanides (MIT Sloan School of Management) und Alfons Weichenrieder (Goethe-Universität & SAFE)